Zum Lesen verlocken

Bücher sind zum Lesen da - So selbstverständlich wie das klingt, war ist es keineswegs für die Büchermacher. Natürlich wird es auch immer wieder Bücher geben, die für die jeweilige esoterische Lesergemeinde bestimmt sind. Nur: Es sollte sich dann niemand überheblich beschweren über den geringen Stellenwert von Literatur, über den hohen Fernseh- und Videokonsum im besonderen und die Bücherfeindlichkeit im allgemeinen.
Ist der Wunsch, zum Lesen zu verlocken - ein Titel, den Richard Bamberger mir vor vielen Jahren überlassen hat; dafür möchte ich ihm an dieser Stelle erneut danken -, wirklich ernst gemeint, muss mehr getan und fundiert gearbeitet werden. Lamentieren hilft nicht.

Die Leserinnen und Leser sind dort abzuholen, wo sie sind. Ihre Interessen und ihre Fähigkeiten, Gedrucktes wahrzunehmen und zu verarbeiten, entscheiden oft genug darüber, gerade beim ersten Mal, ob weitergelesen wird, ob auch weiterhin gelesen wird. Das ist besonders wichtig für Kinder, die lesen lernen und die anfangen könn(t)en, Bücher zu lesen.

Wir müssen
- das einzelne Kind mit seinen physischen und intellektuellen Fähigkeiten und seinen emotionalen und sozialen Gestimmtheiten und Bindungen anerkennen und ernst nehmen
- besonders solche Texte und Bücher berücksichtigen, die nicht durch linguistische und typografische Probleme das Erlesen und Lesen erschweren oder sogar behindern.

Diese Forderungen und Ansprüche waren Anstoß und Motor für mehrjährige Forschungsarbeiten die ich im Bereich der Wahrnehmungs- und Lesepsychologie durchführte. Untersuchungsfelder waren unter anderem Schriftart, Schriftgröße, Buchstabentyp, Buchstabenstärke, Buchstabenabstand, Wortabstand, Zeilenlänge, Zeilenführung, Text- und Text-Bild-Arrangement, Zeilen pro Seite, Verhältnis Bedrucktes-Unbedrucktes, Papierqualität, Druckfarbe, Farbigkeit, Einband undundund. Besonders wichtig waren aber, neben diesen mehr typografischen Faktoren, die sprachlichen und lerntheoretischen Aspekte: Was erleichtert Lesen und Verstehen? Was erschwert Lesen und Verstehen? Was interessiert Kinder?

Bereits 1981 plante und konkretisierte der ARENA-Verlag (Würzburg) konzeptionell und bis ins Detail gehend, für Kinder im Grundschulalter entsprechende Bücher (der Verf. gem. mit Herbert Ossowski).

Die Taschenbücher mit den Reihentiteln
ERSTLESEBUCH
LiLaLeseratz
Leseprofi

dokumentieren das.
Eine Liste aller Titel, die bisher erschienen sind, finden Sie hier.
Heute sind davon nur noch einige Bücher lieferbar.

Die Gesamtkonzeption wurde von mir mehrfach erläutert, zuletzt in:
"Texte für Kinder - um sie zum Lesen zu verlocken". Zeitschrift GRUNDSCHULE, 26 (1994), H. 9, S. 32 - 33
"Unterricht, der Kinder zum Lesen verlockt". Zeitschrift GRUNDSCHULE, 26 (1994), S. 12, S. 28 - 29
"Wie kann man bei Kindern den Spaß am Lesen wecken?". Zeitschrift Jugendliteratur. H. 1/1998, S. 10 - 16
"Einfach ist nicht trivial. Anmerkungen zur Qualität von Texten für Leseanfänger". In: Beiträge Jugendliteratur und Medien. 9. Beiheft 1998. Hg. Malte Dahrendorf. S. 5- 12

Verweisen möchte ich zudem auf meine Bücher:
ZUM LESEN VERLOCKEN - Kinderbücher für die Klassen 1 - 6 (Hg.),
7. Auflage 1995
ZUM LESEN VERLOCKEN - Jugendbücher für die Klassen 6 - 10 (Hg.),
6. Auflage 1995

Aktuelle Informationen zu neuesten Titel und zu Auswahlkriterien finden Sie:
Erstlesereihen Band II (Oktober 2000); zu erhalten bei:
Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Literatur, Leyendeckerstr. 9, 50825 Köln;
(Schutzgebühr + Versandkosten)
Tel. 0221 / 954 58 82
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