JUGENDBÜCHER FÜR DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE:DAMIT LESEN ZUM VERGNÜGEN WIRD
VORAUSSETZUNGEN Lesen ist eine komplizierte und zugleich komplexe aktive Tätigkeit. Viele, die das Lesen gelernt haben und übers Lesen verfügen, benutzen Lesen wie selbstverständlich. Für sie läuft der Leseprozess fast automatisch ab. Und das ist gut so. Denn ansonsten könnte keine höhere Lesegeschwindigkeit erreicht werden. Der Weg dorthin kann allerdings mühevoll sein. Doch neuere Untersuchungen in den Bereichen der Lese- und Wahrnehmungsforschungen eröffnen uns gute Möglichkeiten, den Leselernprozess und den Leseprozess genauer zu analysieren und Konsequenzen für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache zu ziehen. 1. Lesen ist nicht als Summe einer Addition von Einzelleistungen zu verstehen und so zu lernen und zu üben. Beim Lesen sind von Anfang an alle physiologischen, psychologischen, soziologischen und linguistischen Fähigkeiten eines Menschen (um die wichtigsten zu nennen) gleichzeitig aktiv. 2. Etwas Interessantes, Bedeutungsvolles, noch dazu aus der lesereigenen Erfahrungswelt, motiviert besonders zum Lesen. 3. Wir verfügen über ein bestimmtes Wahrnehmungsvermögen, das Lesen erleichtert oder erschwert, z.B. bezogen auf die Schriftart, die Schriftgröße, die Zeilenlänge, die Wörter und Wortarten, die Satzkonstruktionen usw. Diese 3 zentralen Forschungsergebnisse sind Anlass genug, uns zu zwingen,
die Leserinnen und Leser dort abzuholen, wo sie sind, sie mit ihren
Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit ihren Erfahrungen und Problemen,
mit ihren Wünschen und Hoffnungen ernstzunehmen. Und für Texte
und Bücher, speziell für unsere "Leseanfänger"
in einer anderen Sprache, sind deren Interessen und Vorlieben und ihr
spezifisches Wahrnehmungs- und Lesevermögen die Basis, auf der
gearbeitet werden muss. zurück zum Eingangstext |